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Interview mit Martin Käser
3. Dezember 2019

Interview mit dem Baumaschinenexperten Martin Käser

Herr Käser, was ist Ihre Funktion bei Hutter Baumaschinen?
Bei uns am Standort in Wangen bin ich für verschiedenste Bereiche zuständig. Ich bin Niederlassungsleiter, mache die Serviceleitung auswärts, übernehme technische Kundenberatung und erledige Dispo sowie die Bestellungen der Neu- und Mietmaschinen (zum Beispiel grosse und Minibagger von Kubota und anderen Herstellern). Quasi ein Schweizer Sackmesser [schmunzelt].

Etwas Persönliches: Wie lange arbeiten Sie schon bei Hutter Baumaschinen und wie sind Sie zu diesem Job gekommen?
Ich bin seit November 1998 bei Hutter Baumaschinen angestellt – also schon über 20 Jahre in diesem Betrieb. Hansruedi Niederhäuser – bereits seit 1986 als Baumaschinenverkäufer bei Hutter tätig – fragte mich damals an. Der Job hat mich interessiert und ich habe zugesagt. Dass ich nach wie vor dort arbeite, spricht für den tollen Betrieb.

Wie viele Leute arbeiten in Ihrem an Ihrem Standort?
Im Moment sind 17 Personen bei uns am Standort in Wangen an der Aare tätig.

Bleiben wir gleich beim Standort. Welche Arbeiten werden dort ausgeführt?
Auf der einen Seite sicher die Bereitstellung und Auslieferung von neuen Baggern und anderen Maschinen. Hauptsächlich erledigen wir aber breit gefächerte Reparaturen an allen Arten von Baggern und anderen Baumaschinen – in der Werkstatt oder auf Montage. Zudem nehmen wir hier Anfragen für Ersatzteil an, die Kunden für Ihr Lager kaufen möchten.

Wie gehen Sie vor, wenn ein Reparaturauftrag reinkommt?
Herr Bütikofer nimmt eingehenden Anrufe entgegen und leitet sie – je nach Anfrage – an mich oder in die Werkstatt weiter. Anhand der Kundenanforderungen wird das weitere Vorgehen bestimmt.

Arbeiten Sie mit fixen Serviceverträgen oder sind die Mehrheit der Anfragen spontan?
Meistens sind wir mit regelmässigen Aufträgen konfrontiert, aber auch spontane Anfragen trudeln tagtäglich herein.

Wie sieht ein «normaler» Einsatz aus?
Ein «normaler» Einsatz besteht aus Servicearbeiten beim Kunden, auf der Baustelle oder dessen Magazin. Wobei ich erwähnen möchte, dass es den «normalen» Einsatz nicht gibt. Es gibt immer wieder neue Herausforderungen, die wir meistern.

Mit welchen Herausforderungen sind Sie am meisten konfrontiert?
Grosse Herausforderungen kennen wir nicht, nur Situationen… [zwinkert]

Können die meisten Reparaturen vor Ort behoben werden?
Da kann ich mit Stolz sagen: ja. Die meisten Instandstellungsarbeiten können wir vor Ort erledigen. Wenn das für einmal nicht möglich ist, haben wir den Vorteil, dass unsere Maschinen sehr kompakt gebaut sind. So können sie im Notfall problemlos in unsere Werkstatt transportiert werden.

Notfall ist ein gutes Stichwort. Gibt es viele Notfälle und wenn ja, welche?
Als Notfall kann man sicher Beschädigungen an hydraulischen Schläuchen mit Ölverlust bezeichnen, zum Beispiel an Greifern. Wenn das passiert, geht quasi nichts mehr. Auch gerissene Gummiraupen müssen schnellstmöglich wieder instand gesetzt werden. Beides kommt immer mal wieder vor.

Welches war der spannendste Auftrag, den Sie bis anhin erledigen durften?
Ich kann mich gut erinnern. Das war ein Hydraulikpumpenwechsel an einem 5-Tonnen-Bagger beim Bergrestaurant Schwarenbach am Gemmiweg in Kandersteg. Das komplette Werkzeug und weiteres Material musste ich damals in die Seilbahngondel laden. Anschliessend wurde ich mit einem Quad mit Anhänger in den Schwarenbach chauffiert. Neben der einmaligen Aussicht war sicher das spannendste, ob ich an alle Ersatzteile und Werkzeuge gedacht habe, die zur Reparatur notwendig sind. Weil Vergessenes zu holen war schlicht nicht möglich.

Können Sie eine oder zwei witzige Geschichten aus dem Tagesgeschäft erzählen?
Es gib immer wieder mal was zum Schmunzeln. Typisch ist der Fall, bei welchem man am Telefon mit dem Kunden einen Defekt oder eine fehlerhafte Funktion mit einfachen Mitteln beheben will. Der Kunde ist sich jedoch sicher, dass ein gravierendes Problem vorliegt und er ein teures Ersatzteil kaufen muss. Wenn man später beim Kunden an der Baumaschine steht, stellt man sofort fest, dass es doch nur an einem kleinen, vorhin besprochenen Punkt liegt. Immerhin kann man in diesen Fällen den Defekt schnell beheben und der Kunde ist glücklich.

Möchten Sie dem Leser noch etwas mitgeben, z. B. über Ihre Tätigkeit?
Der Beruf des Baumaschinenmechanikers ist wohl einer der vielseitigsten Berufe überhaupt. Man kann am Morgen an eine elektronische oder hydraulische Störung an einem Greifer geraten, gleichentags schweisst man Teile zusammen oder muss etwas mit dem Vorschlaghammer gerade richten. Es ist immer spannend und überraschend, was einen erwartet.

Vielen Dank für das spannende Gespräch.